23. Januar, 2020

Die aufregenden 20er Jahre von Peppol

von PEPPOL, Business Network, E-invoicing

Es ist Januar, und ich freue mich darauf, einen Blick in die Zukunft zu werfen, was das Jahr 2020 für Peppol bereithalten wird. Ich glaube, dass die derzeitigen und anstehenden Entwicklungen ziemlich aufregend sind.

exciting 20s of Peppol

In diesem Blog werde ich auf zwei wichtige Entwicklungen in Bezug auf Peppol eingehen und welche Bedeutung diese haben werden. Die erste Entwicklung besteht darin, dass Peppol sich selbst umbenennen wird. Die zweite Entwicklung besteht darin, dass Peppol und das Clearance-Modell sich einander annähern.

Rebranding von Peppol


Sie fragen sich vermutlich, warum ich in meinem monatlichen Blog über das Rebranding spreche. Aus meiner Sicht stellt das Rebranding einen Meilenstein in der Geschichte dieser Organisation dar. Die Peppol-Enthusiasten unter ihnen wissen, dass der Begriff PEPPOL ursprünglich für Pan-European Public Procurement Online stand. Aber seit Oktober 2019 hat sich das geändert, und wir sprechen jetzt nur noch über Peppol, als Sache und nicht mehr als Akronym. Der wesentliche Grund dafür ist, dass die Worte Europe und Public Procurement nicht mehr verwendet werden, da mehrere Länder außerhalb Europas Peppol verwenden, wie Singapur und andere Länder in Südostasien (ich werde später darauf zurückkommen), Australien und Neuseeland.

Außerdem ist das laufende Peppol International Invoice Projekt, das die Ausstellung von Rechnungen in verschiedenen Steuersystemen unterstützen und seine Ergebnisse bis Oktober 2020 fertig haben sollte, ein weiterer Schritt in Richtung der Expansion von Peppol.

Neben dem Wegfall des Akronyms präsentiert Peppol der Welt auch mit einem neuen Slogan "Die Zukunft ist offen" - so sieht Peppol selbstbewusst die Zukunft zwischen den Unternehmen und dem Nachrichtenaustausch - Integration ist die Zukunft.

Aber auch andere Terminologien ändern sich, und diese Änderungen gehen über die Semantik hinaus. Anstelle von 'Access Points' werden wir bald über Peppol Service Providers sprechen. Allerdings steht dies nicht im Zusammenhang mit dem Rebranding-Projekt, sondern mit der neuen Vereinbarungsstruktur. Das bedeutet, dass die Erwartung der Organisationen an die Dienstleister wächst. In dem expandierenden Markt und der ständig wachsenden Gemeinschaft von Endnutzern ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir eine bessere Kontrolle über die Qualität der im Netzwerk ausgetauschten Nachrichten haben. Dies wird im Laufe dieses Jahres in die Verantwortung der Dienstanbieter übergehen.

Für die Peppol Service Providers steht in diesem Jahr eine weitere bemerkenswerte Veränderung an: die obligatorische Unterstützung von AS4 (Applicability Statement 4, ein offener Standard für den sicheren und benutzerfreundlichen Austausch von Business-to-Business-Dokumenten über Web Services) im Peppol-Netzwerk. Damit ist Peppol kompatibel mit dem CEF eDelivery Network (Connecting Europe Facility) und bringt die Sicherheit des Nachrichtenaustauschs im Netzwerk auf die nächste Stufe. Tatsächlich nehmen wir auch an dieser Entwicklung teil, indem wir uns am AS4EDI-Finanzierungsprogramm der CEF beteiligen.

Als Verantwortlicher für die Community der Dienstleistungsanbieter in Peppol freue ich mich zu sehen, wie diese Maßnahmen die Gemeinschaft stärken werden.



Peppol soll Clearance-Modell unterstützen (in absehbarer Zeit)


Eines der Dinge, die mich immer verblüfft haben, war die gewissermaßen parallele Entwicklung von nationalen E-Invoicing-Formaten und -Infrastrukturen im Zusammenhang mit einem nationalen Clearing-Modell und parallel dazu Peppol zur Unterstützung der internationalen Rechnungsstellung und der Interoperabilität zwischen den Ländern. Teilweise kann man das verstehen, weil der Treiber für beide unterschiedlich war. Wir sprechen über Steuereinnahmen und Prozesseffizienz. Sie könnten jedoch perfekt zusammenspielen. Tatsächlich habe ich dieses Thema vor genau einem Jahr angesprochen.

Nun bin ich froh, dass im Peppol-Managementteam beschlossen wurde, näher an die Länder heranzuführen, die das Clearance-Modell umsetzen. Es wurde auch auf dem Singapur Exchange Summit im November 2019 der Öffentlichkeit bekannt gegeben.

Letztendlich könnten wir sagen, dass wir es mit zwei Seiten derselben Medaille zu tun haben. Bei Peppol geht es uns um die Übertragung von Nachrichten wie Rechnungen zwischen Käufern und Lieferanten, unter Berücksichtigung der geschäftlichen Interoperabilität. Im Clearing-Modell wird das Vorgehen in Richtung elektronische Rechnungsstellung von der Steuerbehörde vorangetrieben, die die Mehrwertsteuer-Lücke schließen und die Zahlung der Steuern sicherstellen will. Bei Clearing-Modellen geht es hauptsächlich um den Rechnungsinformationsaustausch zwischen Lieferanten und Steuerbehörden. Prozesseffizienz und Steuererhebung sind keine sich gegenseitig ausschließenden Ziele. Allerdings haben die Länder, die das Clearing-Modell umsetzen, die Möglichkeiten der Prozesseffizienz und die Aspekte der Interoperabilität zwischen Lieferanten und Käufern irgendwie vernachlässigt. Bei Peppol dreht sich alles um offene Interoperabilität, während das Clearance-Modell auf geschlossene nationale Systeme ausgerichtet ist.

Da viele Menschen nun verstanden haben, dass es sich dabei nicht um getrennte Themen handelt, sondern dass sie in einem Zug behandelt werden sollten, haben wir damit begonnen, ein Showcase zu schaffen. Wir haben vorgeschlagen, dass Länder, die Möglichkeiten zur Einführung des Clearing-Modells prüfen, gleichzeitig Peppol für den B2B- und B2G-Rechnungsaustausch einführen und sicherstellen, dass das Format in Peppol die richtigen Formate für ihre Steuerbehörde hat. In diesem Fall könnten die Peppol Serviceprovider als vertrauenswürdige Vertreter der Steuerbehörden fungieren, die das Recht haben, Rechnungen in diesem Land zu validieren und auszustellen. Dies wird die Effizienz der Prozesse sowohl für die Steuerbehörden als auch für die Lieferanten und Käufer erhöhen. Was wirklich wichtig ist - dies wird das Land nicht in ein einziges System isolieren, und die Unternehmen in diesem Land werden auch für internationale Interoperabilität offen bleiben.

Es wird interessant sein zu sehen, wie dies in der Praxis funktionieren wird, aber ich bin zuversichtlich, dass wir in diesem Jahr das erste Land sehen werden, in dem das Peppol-Netzwerk mit einem Clearance-Modell zusammenarbeitet.

Alles in allem wird 2020 ein aufregendes Jahr für Peppol und die elektronische Nachrichtenübermittlung sein. Ich freue mich darauf zu sehen, wie wir daran arbeiten, unsere Kerngeschäftsprozesse jeden Tag effizienter zu gestalten.

 

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Ahti Allikas

Ahti Allikas
Ahti Allikas ist seit 2000 in der E-Invoicing-Branche aktiv. Bei OpusCapita bekleidet er derzeit die Position des Head of Partners and Networks und ist für die Weiterentwicklung des E-Invoicing-Ökosystems verantwortlich. Er sitzt im Leitungsgremium des EESPA-Verbands (European E-invoicing Service Providers Association), vertritt OpusCapita in einem weiteren Verband, der OpenPEPPOL Association, und hat sich vor kurzem auch dem European Multi-Stakeholder Forum on E-Invoicing (EMSFEI) angeschlossen.

 

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